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ist die achte Kollektion von Vagabunt. Hamburg , dem Social-Fashion-Label für Jugendliche in besonderen Lebenslagen. Sie entstand in diesem Jahr unter der Leitung eines fast vollständig neuen Vagabunt-Teams.

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Unsere Kollektion setzt sich mit dem Begriff der Ressource in einem erweiterten Sinne auseinander. Für uns bedeutet Ressource nicht nur Material, sondern ebenso Zeit, Wissen, Erfahrung, Geschichte und Aufmerksamkeit.

Wir arbeiten bewusst mit dem, was bereits vorhanden ist: vorhandene Materialien, bestehende Formen, gebrauchte Stoffe, übersehene Ideen oder bereits entwickelte Schnitte. Das Vorhandene verstehen wir dabei nicht als Einschränkung, sondern als Ausgangspunkt für neue Gestaltung. Anstatt ständig Neues zu produzieren, richten wir unseren Blick auf das, was bereits existiert, und geben ihm eine neue Bedeutung.

Nachhaltigkeit verstehen wir nicht als Trend, sondern als Haltung. Sie beginnt dort, wo der Wert des Bestehenden erkannt und respektiert wird. „Aus alt mach neu“ ist für uns kein Kompromiss, sondern ein kreativer Prozess, der Verantwortung und Gestaltung miteinander verbindet.

Gleichzeitig thematisiert die Kollektion auch immaterielle Ressourcen: handwerkliches Können, Erinnerungen, kulturelles Wissen und emotionale Bedeutungen. Diese oft unsichtbaren Ressourcen prägen jedes Kleidungsstück und verleihen ihm Tiefe und Identität.

Unsere Arbeit stellt die Frage, wie Mode aussehen kann, wenn wir nicht vom Mangel ausgehen, sondern vom Bestand.

Inhaltlich setzten sich die Jugendlichen mit unterschiedlichen Ressourcen auseinander: natürlichen Ressourcen wie der Schönheit der Natur, deren Farben und Formen in die Kollektion einfließen, ebenso wie mit politischen Ressourcen wie Widerstand und Haltung. Auch Themen wie Freundschaft und Gemeinschaft, Feminismus, Religion, die Arktis, Zeit, Tiere oder das bewusste Arbeiten mit dem, was gerade verfügbar ist, spielten eine zentrale Rolle. Dabei stand stets das Vertrauen in den kreativen Prozess im Vordergrund.

Es entstanden unter anderem Designs aus alten Jeans sowie Stoffe, die lange in unserem Lager vergessen waren oder bereits in früheren Kollektionen verwendet wurden.

In diesem Jahr wurde außerdem gestrickt. Stricken ist eine besonders nachhaltige Technik, da kein Zuschnitt entsteht und das Material vollständig genutzt werden kann.

Ein weiterer wichtiger Impuls war der Bioplastik-Workshop mit der Designerin Alicia Valdés. Dabei lernten wir, mit natürlichen Materialien zu arbeiten. Es entstanden Anhänger aus Bioplastik, die den bewussten Umgang mit Ressourcen auf eine neue, experimentelle Weise erfahrbar machten.

Unsere Kollektion bleibt dabei dem farbenfrohen und modernen Stil von Vagabunt treu.

Zum Teil standen unsere Jugendlichen sogar selbst vor der Kamera! Aber seht selbst …